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Wir bieten in unserer Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie am
Standort Herborn eine
stationsbezogene
Bewegungstherapi...
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Wo steht Deutschland?
Prävalenz von Schmerzen im Alter steigt weltweit
Eine neue Studie präsentiert besorgniserregende Zahlen.
12.03.2026 • 0 Kommentare
Lizenz: CC-BY •
Der morgendliche Blick in die Zeitung zieht in letzter Zeit nicht unbedingt die Mundwinkel nach oben. Aufrüstung, schwächelnde Wirtschaft und Nachrichten über die bröckelnde transatlantische Beziehung zeichnen das Bild einer Welt im Niedergang. Eine Überschrift, die eine Steigerung von Schmerzen im Alter beschwört, bettet sich da nahtlos in den apokalyptischen Reigen ein. Doch halt! Bei genauerem Hinsehen erscheint ein Keim der Hoffnung in der Studie von Calvo et al., denn Deutschland präsentiert sich robust im weltweiten Vergleich der Schmerzerkrankungen.

Einmal um die Welt
Stichproben aus insgesamt 22 Ländern standen Calvo et al. zur Verfügung, um Trends und potenzielle Zusammenhänge von Schmerzen im Alter zu dokumentieren. Generell leiden Menschen über 50 Mal häufiger an Schmerzerkrankungen als jüngere Menschen. Wie viele das sind und ob sich die Anzahl der Schmerzgeplagten über die Jahre veränderte, war Kern der Studie. Untersucht wurden ausschließlich Menschen über 50 Jahre, die noch einmal unterteilt wurden in:

  • • „jung alt“: also 50 bis 60 Jahre und
    • „älter alt“: also alles darüber.
– man muss sich eben etwas einfallen lassen, wenn Menschen immer älter werden.

Untersucht wurden große Kohortenstudien aus vielen europäischen Ländern, aber auch den USA, Kanada, Australien, Südkorea, Mexiko und China, wodurch fast 213.000 Datensätze mit über 680.000 Messzeitpunkten miteinander verglichen werden konnten.

Schmerzen steigen
Global gesehen geht der Trend nur in eine Richtung: Die Schmerzen im Alter nehmen zu. Während die durchschnittliche Prävalenz von Schmerzen bei Menschen über 50 Jahren im Jahr 2006 37,1 Prozent betrug, stieg sie innerhalb der nächsten zehn Jahre um rund zwölf Prozentpunkte auf 49,2 Prozent an. Dabei wurde in den Studien schlichtweg die Frage gestellt, ob Schmerzen bestehen – nicht wie groß sie sind.

In Europa stieg die Anzahl der Erwachsenen mit Schmerzen vor allem in Italien, Spanien, Portugal, Frankreich und Polen. Und Deutschland? Stagniert bei 39 Prozent und steigert sich im Gegensatz zum weltweiten Durchschnitt nicht. Zum Vergleich: In Italien stieg die (adjustierte, also auf die Altersverhältnisse „gleichgerechnete“) Prävalenz von 37,7 auf 54,5 Prozent, in den USA von 33,6 auf 42,4 Prozent. Nur China konnte sich wirklich verbessern. Das Land senkte seine Schmerzprävalenz von 38,2 Prozent auf 31,6 Prozent, was mit dem starken wirtschaftlichen Aufschwung in diesem Zeitraum korrelieren könnte.

Weitere Trends und Ergebnisse
Schon lange ist bekannt, dass sich soziale Benachteiligung auf die Gesundheit und damit auch auf die Entwicklung von Schmerzerkrankungen auswirken kann, was die internationalen Statistiken wieder einmal belegen. Nahezu länderübergreifend haben Menschen mit höherem Bildungsgrad weniger Schmerzen als Menschen mit niedriger Bildung. Nur die Niederlande weisen eine „sozial gerechte“ Schmerzverteilung auf, die über die Jahre sogar stabil blieb. Besonders benachteiligt sind Menschen mit niedrigem Bildungsgrad in Südkorea, Spanien, Portugal oder Italien: Die Prävalenz für Schmerzen liegt hier bis zu 25 Prozent höher. Deutschland liegt hier im Mittelfeld, bei einem Unterschied zwischen acht und neun Prozentpunkten – dieser Unterschied veränderte sich über die Jahre nicht.

Dazu leiden Frauen häufiger an Schmerzen als Männer. Die Tendenz weist hier auf eine Verstärkung der Ungleichheit der Geschlechter hin. Nur China, die Schweiz und Österreich zeigen eine kleine Annäherung des Schmerzes von Männern und Frauen. Deutschland zeigt sich hier ebenfalls stabil, allerdings bei einer um etwa fünf Prozentpunkte höheren Schmerzprävalenz bei Frauen gegenüber Männern.

Was bringt die Zukunft?
„Unsere Studie zeigt soziale Unterschiede in der Schmerzwahrnehmung und deutet – ohne es zu beweisen – auf mögliche Implikationen für den Umgang mit Ungleichheiten hin.“, konstatieren die AutorInnen der Studie. Welche (politisch steuerbaren) Einflussfaktoren genau zu einer Schmerzentwicklung im Alter führen, ist noch nicht bekannt. So viel ist klar: Diesbezüglich scheint Deutschland etwas richtigzumachen.

Daniel Bombien / physio.de

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