Gesucht werden
Physiotherapeut*Innen in Teil- oder
Vollzeit und hiermit möchten wir
uns bei DIR bewerben.
Wir organisieren unsere
therapeutischen Leistungen so
abwechslungsreich wie möglich und
mit unseren ganz unterschiedlichen
Arbeitszeitmodellen sind wir sehr
flexibel.
Wir sind aktuell ein Team von vier
Physiotherapeut/innen und einer
Praxisorganisatorin in Voll- und
Teilzeit in einer renommierten
Praxis im Ortskern von Kriftel, 15
Autominuten westlich von Frankfurt.
Wir bauen auf ...
Physiotherapeut*Innen in Teil- oder
Vollzeit und hiermit möchten wir
uns bei DIR bewerben.
Wir organisieren unsere
therapeutischen Leistungen so
abwechslungsreich wie möglich und
mit unseren ganz unterschiedlichen
Arbeitszeitmodellen sind wir sehr
flexibel.
Wir sind aktuell ein Team von vier
Physiotherapeut/innen und einer
Praxisorganisatorin in Voll- und
Teilzeit in einer renommierten
Praxis im Ortskern von Kriftel, 15
Autominuten westlich von Frankfurt.
Wir bauen auf ...
Psychotherapie-Plätze sind rar und auch deswegen ist es unausweichlich, dass PhysiotherapeutInnen die psychologische Ebene in ihrer Therapie adressieren (ein Beispiel hierfür ist auch die Cognitive Functional Therapy).
Maggie Phillips (1949–2021) formuliert in ihrem Buch „Reversing Chronic Pain“ wertvolle Strategien, die auch im physiotherapeutischen Rahmen vermittelt werden können, um den Umgang mit Schmerz zu verbessern und so mehr Lebensqualität zu gewinnen.
In zehn Kapiteln beschreibt die Psychologin Strategien zur Bewältigung chronischer Schmerzen.
Die Gate-Control-Theorie vom Melzack und Wall sollte mittlerweile allseits bekannt sein. Aus therapeutischer Perspektive empfiehlt Phillips, zu evaluieren, was die eigenen Türöffner und -schließer bezüglich des Schmerzes sind. Empfinde ich keinen Schmerz, während ich konzentriert arbeite oder Sport treibe? Das lässt sich theoretisch ebenso nutzen wie das Erkennen schmerzverstärkender Verhaltensweisen, wie Schlafmangel, Stress oder dysfunktionale Mythen. Als therapeutisches Instrument empfiehlt die Autorin an dieser Stelle auch Atemübungen, die mittels gezielter Atemstrategien zu Ruhe, Entspannung und eine positive Schmerzmodulation beitragen können.
Schmerz ist meist nicht überall, sondern zeitlich und lokal begrenzt. SchmerzpatientInnen geht diese Differenzierung manchmal verloren. Ist das der Fall, nimmt der Schmerz viel mehr Raum ein als er sollte, kontrolliert Aktivitäten und Emotionen und wird so immer größer. Durch neutrale Wahrnehmung von Körperempfindungen kann es gelingen, den Schmerz objektiver zu betrachten und vor allem auch wieder positive Wahrnehmungen zuzulassen. So kann es während einer warmen Dusche etwas ganz Besonderes sein, achtsam den angenehmen Strahl auf der Haut zu spüren und nur in diesem Moment zu sein. Wer das „Alles-oder-nichts“-Denken hinter sich lässt, ermöglicht sich auch wieder, das Leben häufiger genießen zu können.
In unserer leistungsgetriebenen Gesellschaft fällt es Menschen häufig schwer, loszulassen. Entspannung überhaupt zuzulassen kann ein erster Therapieschritt sein. Dafür empfiehlt Phillips: „Keep it simple!“. Entspannung muss nicht kompliziert und an starre Konzepte geknüpft sein. Vor allem bei Nervenschmerzen können etablierte Strategien wie Yoga sogar kontraproduktiv sein, weil die Positionen Schmerzen begünstigen könnten. Logischerweise sollten Betroffene hier nicht versuchen durchzuhalten, sondern eine Alternative wählen, die für sie passt.
Imaginationsübungen können dabei helfen, Schmerzen zu reduzieren. Dabei formulieren Betroffene selbst ein möglichst exaktes Bild ihres Schmerzes, das nicht immer realen Bedingungen entsprechen muss. So kann der Rückenschmerz als glühende Nadel im Rücken imaginiert werden. Wichtig hierbei: Es geht nicht nur um die visuelle Vorstellung, sondern darum, möglichst viele Sinne zu aktivieren. Wie sieht die Nadel aus, wie fühlt sie sich an? Wie klingt die heiße Nadel im Gewebe? Wie riecht sie? Natürlich sollte die Übung keine Ängste auslösen oder verstärken. Es kann auch hilfreich sein, die Vorstellung (wie in diesem Fall die Nadel) zunächst erst einmal auf ein nicht betroffenes Körperteil zu projizieren. Danach werden Strategien ermittelt, um das Bild aufzulösen. Im benannten Beispiel könnte sich die Betroffene vorstellen, die Nadel mit der Pinzette aus dem Rücken zu ziehen. Auch hier soll das Bild wieder möglichst exakt und mit möglichst vielen Empfindungen verknüpft werden. Phillips berichtet in ihrem Buch über PatientInnen, die so lernen konnten, ihren Schmerz zu kontrollieren.
Achtsamkeitsbasierte Meditation wird mittlerweile in vielen Kontexten eingesetzt und gilt sowohl in der Stress- als auch in der Schmerztherapie als etabliert und relativ gut erforscht. Während der Achtsamkeit sollen Menschen sich selbst und die Umgebung bewusst wahrnehmen – ohne Wertung, nur im Hier und Jetzt. Das ist einfacher gesagt als getan und benötigt oft einiges an Training. Eine der bekanntesten Übungen ist der „Body-Scan“, in dem der komplette Körper von Kopf bis Fuß bewusst wahrgenommen wird. Dies kann selbstständig oder mit einer geführten Meditation stattfinden.
In diesem Kapitel erläutert die Autorin auch den Nutzen von Spiritualität. Wenn gläubige Gebete nutzen wollen, um ihren Schmerz zu reduzieren, dann stellt auch dies eine Form der Meditation und Autosuggestion dar, die zu begrüßen sein kann, wenn so optimistische Gedanken gefördert werden.
Über den Begriff „positiver Energien“ lässt sich wissenschaftlich vortrefflich streiten. Auch deswegen betont die Autorin, dass Energie-Techniken natürlich immer nur als Ergänzung und nie als Ersatz adäquater Therapie dienen sollen. Allerdings betont sie auch die Vorteile von „Energiearbeit“. Ob diese nun aus Qi-Gong, Tai-Chi, Akupunktur oder dem „Selbst-Umarmen“ mittels „Butterfly-Hug“ besteht, ist den Betroffenen selbst überlassen. Alles, was von katastrophisierenden Gedanken ablenkt und mehr Partizipation ermöglicht, betrachtet Phillips positiv.
Der wohl für PhysiotherapeutInnen selbstverständlichste Punkt. Bewegung hilft gegen Schmerzen. Dabei ist es erst einmal wichtiger, Bewegungen zu finden, bei denen sich Betroffene wohl fühlen als spezifische Körperregionen zu trainieren.
Damit ist nicht etwa die beliebte Übung in der Früh-Reha der Schulter gemeint, sondern das Schwingen zwischen Schmerz- und Entspannungszuständen. Viele SchmerzpatientInnen befinden sich erstarrt zwischen den Zuständen und trauen sich vor Angst nicht mehr, ins Handeln zu kommen. Die Autorin benennt auch vergangene Traumata als Ursache für Handlungsunfähigkeit. Merken Betroffene, dass sie erstarren (also sich zurückziehen und beginnen, Aktivitäten zu vermeiden), sollen sie lernen, „das Pendel wieder in Bewegung zu bringen“, also über zuvor genannte Strategien (Atmen, Entspannung, Imagination, Achtsamkeit, Bewegung) wieder ins Handeln zu kommen.
An dieser Stelle ein Hinweis, der im Buch nicht wirklich vorkommt:
Besteht der Verdacht unbewältigter Traumata in der Vergangenheit von PatientInnen, ist psychologische Betreuung unerlässlich. PhysiotherapeutInnen sind nicht dafür ausgebildet mit Situationen umzugehen, in denen reaktivierte Traumata nicht mehr eingefangen werden können.
Hirnscans weisen darauf hin, dass Schmerz nicht nur an einer Stelle im Gehirn, sondern in Netzwerken agiert, die häufig auch mit der Amygdala und dem limbischen System verknüpft sind, die Angst und Emotionen regulieren. Bestehen Schmerzen lange, koppeln diese an Emotionen, ohne dass ein körperlicher Trigger notwendig ist. Der Ärger über die Kollegin verstärkt dann den bestehenden Rückenschmerz oder die Trauer über das Alleinsein triggert die bekannten Nackenschmerzen.
Diesen eigenen „emotionalen Code“ zu knacken, ist ein wichtiger Schritt im Therapieprozess. Die Kopplung negativer Emotionen mit Schmerz wird letztlich dann ein Problem, wenn Schmerz wiederum zu negativen Gefühlen führt. Durchbrochen werden kann diese Teufelsspirale aus Schmerz und Leid durch Kognitionsübungen, die dazu führen, den Körper wieder lieben zu lernen. So führt der Gedanke „Mein Körper sabotiert mich“ zu negativen Emotionen, während „Mein Körper versucht, mich zu schützen, aber seine Schutzreaktion funktioniert nicht mehr richtig“, mehr Liebe zum eigenen Körper zulässt.
Im zehnten Kapitel geht es darum, die zuvor erlernten Strategien nicht wahllos anzuwenden, sondern zu einem persönlichen Schmerzprotokoll zusammenzufügen. Phillips betont, dass chronische SchmerzpatientInnen besonders auf die Rückmeldungen ihres Körpers achten sollen: Welche Übungen helfen tatsächlich, welche erzeugen Widerstand oder verstärken Beschwerden? Aus den wirksamsten Methoden entsteht ein kurzer, verlässlicher Plan, der im Alltag und besonders bei Schmerzanstieg schnell abrufbar ist. Dabei steht nicht Perfektion im Vordergrund, sondern das konsequente Aufbauen auf kleinen Erfolgen. Betroffene sollen lernen, ihren Körper als Lehrer zu verstehen, Fortschritte zu dokumentieren und ihr Protokoll immer wieder anzupassen.
Einordnung
Phillips Strategien lassen sich auch physiotherapeutisch nutzen und bieten Strategien, abseits manueller oder Bewegungsinterventionen. Ganz unreflektiert lässt sich das Buch allerdings nicht an PatientInnen weiterempfehlen, denn neben den durchaus positiven Strategien für mehr Selbstwirksamkeit ist es gespickt mit wissenschaftlich fragwürdigen Empfehlungen wie Magnettherapie, kraniosakraler Therapie oder Chiropraktik.
Lassen sich selbst angewendete Strategien wie Eigenakupressur oder Gebete noch mit Selbstwirksamkeit begründen, fällt dies bei passiv applizierten Therapiestrategien schon schwerer. Abseits davon können Phillips‘ 2007 formulierte Empfehlungen vermutlich als zeitlose Hilfsmittel im therapeutischen Alltag betrachtet werden.
Daniel Bombien / physio.de
Bibliographie:
Maggie Phillips
Reversing Chronic Pain: A 10-Point All-Natural Plan for Lasting Relief
North Atlantic Books
21,15 Euro
ISBN-13: 978-1556436765
Hier geht's direkt zum Buch.
BuchRezensionSchmerzenPsychologieChronisch
Link
Gefällt mir
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
Problem beschreiben
ella426 schrieb:
Diese Rezension überzeugt mich nicht, hört sich ziemlich verschwurbelt an. Da bleibe ich lieber beim exzellenten Buch von Butler
Link
Mein Profilbild bearbeiten