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Tiefe Hirn-Stimulation
Koma-Patienten senden emotionale Signale aus dem Thalamus.
24.11.2014 • 1 Kommentar

Merken Koma-Patienten wirklich nicht, was um sie herum geschieht? Sind die gebräuchlichen Definitionen von Bewusstsein und Koma sowie die klinische Beurteilung von bewusstseinsgestörten Patienten überhaupt ausreichend? Und gibt es Möglichkeiten, den klinischen Zustand dieser Patienten zu verbessern? Diesen Fragen gingen Forscher nach: Eine aktuelle Untersuchung liefert neue klinisch relevante Informationen über die Verarbeitung emotionaler Reize bei bewusstseinsgestörten Patienten.

Der klinische Neurophysiologe Lars Wojtecki und seine Arbeitsgruppe am Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie in Düsseldorf zeichneten elektrische Signale aus der Tiefe des Gehirns einer Patientin mit chronischer Bewusstseinsstörung ("chronic disorder of consciousness") auf. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Cortex publiziert. Die Herausgeber weisen in einem Feature gesondert auf die Arbeit der Düsseldorfer Arbeitsgruppe hin.

Das Ergebnis ist erstaunlich: Wojtecki berichtet von differenzierten neuronalen Antworten auf emotional relevante Stimuli bei einer Frau, die als "bewusstlos" eingestuft worden war. Die Arbeitsgruppe verwendete elektrische Aufzeichnungen von implantierten Hirn-Elektroden, um die Aktivität des zentralen Thalamus darzustellen, während die Patientin entweder die Stimmen ihrer Kinder oder fremde Stimmen präsentiert bekam.

Die Region in der Tiefe des Gehirns namens Thalamus gilt als "sensorisches Tor zum Bewusstsein" und ist ferner für die Regulation von Erregung sowie für den elektrischen Rhythmus der Hirnrinde eine wichtige Struktur. Diese Region wurde bereits in der Vergangenheit als Struktur zur Behandlung von Bewusstseinsstörungen adressiert, indem eine elektrische Stimulation dieses Gebiets mit der sogenannten Tiefen Hirnstimulation durchgeführt wurde. Arbeitsgruppen aus den USA und Japan hatten dazu Studien bereits veröffentlicht. Eine direkte elektrophysiologische Aktivität aus dem Thalamus bei bewusstseinsgestörten Patienten als Antwort auf emotionale Reize war bisher jedoch noch nicht aufgezeichnet worden.

Daraus folgert Wojtecki, dass die gefundene intakte Funktion innerhalb eines schwer geschädigten neuronalen Systems als klinischer Marker und therapeutisches Ziel bei chronisch-bewusstseinsgestörten Patienten dienen könnte. Die Methode der Tiefen Hirnstimulation könnte somit zu einer differenzierteren Einschätzung des individuellen Zustands von Patienten beitragen sowie einen therapeutischen Ansatz liefern.

NUR / physio.de

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beate1953
27.11.2014 21:17
Wie sieht es dann eigentlich bei den sogenannten Hirntoten aus?
1

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Wie sieht es dann eigentlich bei den sogenannten Hirntoten aus?
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beate1953 schrieb:

Wie sieht es dann eigentlich bei den sogenannten Hirntoten aus?



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