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Gehälter
Millionen für die Kassenvorstände
Das verdienen die Vorsitzenden der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.
26.03.2026 • 4 Kommentare
Foto: Friedrich Merz | physio.de • Lizenz: CC-BY •
Jens Baas ist Vorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK) und damit der größten Gesetzlichen Krankenversicherung Deutschlands. Im Angesicht der aktuellen wirtschaftlichen Schieflage im Gesundheitswesen ist das sicherlich kein stressfreier Job mit einer entspannten Work-Life-Balance. „Die Lage ist dramatisch“ urteilte Baas in einem ZDF-Interview im April 2025. Glücklicherweise werden die Vorstände der Krankenkassen für ihre Strapazen entsprechend entlohnt und müssen keine Angst davor haben, in die Armut abzugleiten. Am 01. März wurden die Gehälter der Vorstände deutscher Krankenkassen veröffentlicht. Wir werfen einen Blick darauf.

400.000 Euro für die Spitzenverdiener
Den Spitzenplatz belegt erneut Jens Baas. Seine Grundvergütung lag 2025 bei 402.518 Euro – ein Plus von rund 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit bleibt die TK-Spitze die bestbezahlte Führungsposition unter den gesetzlichen Krankenkassen.

Auch dahinter wird es sechsstellig:
  • • BARMER: 360.600 Euro
    • DAK-Gesundheit: 352.307 Euro
    • AOK Niedersachsen: 311.790 Euro
    • SBK: 300.360 Euro
Allein mit ihren festen und variablen Gehaltsbestandteilen liegen die zehn bestverdienenden Kassenchefs damit durchgehend über 280.000 Euro jährlich.
Neben dem eigentlichen Gehalt kommen häufig weitere Leistungen hinzu. Dienstwagen, Zuschüsse zur Altersversorgung oder zusätzliche Versorgungsansprüche können die Gesamtaufwendungen deutlich erhöhen. In einzelnen Fällen summieren sich diese Zusatzleistungen auf bis zu rund 100.000 Euro pro Jahr.

Außerdem gibt es bei einigen Kassen noch variable Vergütungen – also Prämien, die an bestimmte Ziele gekoppelt sind. Besonders großzügig fiel das zum Beispiel bei der Audi BKK aus: Hier wurden 2025 variable Zahlungen von über 104.000 Euro ausgewiesen. An welche Voraussetzungen diese Zahlungen geknüpft sind, geht aus den Veröffentlichungen nicht hervor.

Krankenkassenverbände
Neben den GKVen besitzen auch die Krankenkassenverbände noch einmal gut bezahlte Vorstände. Auch die Dachverbände der Krankenkassen zahlen ihren Führungskräften Gehälter, von denen viele Beschäftigte im Gesundheitswesen nur träumen können. An der Spitze steht der AOK-Bundesverband: Hier lag die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden 2025 bei 319.400 Euro – ein Plus von gut 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beim GKV-Spitzenverband liegt das Gehalt deutlich darunter: 262.000 Euro. Auch beim Verband der Ersatzkassen (vdek) bewegt sich die Vergütung mit 265.000 Euro in einer ähnlichen Größenordnung.

Medizinischer Dienst
Der Medizinische Dienst (MDK) wird paritätisch aus den GKV- und Pflegeversicherungsbeiträgen finanziert. 15 regionale medizinische Dienste plus ein MDK-Bund benötigen noch einmal jeweils einen gutverdienenden Vorstand. Diese erhalten zwischen 160.000 und 225.000 Euro pro Jahr. An der Spitze lag 2025 der Medizinische Dienst Bayern mit rund 225.102 Euro, gefolgt vom MD Baden-Württemberg mit etwa 210.835 Euro.

Verdient?
Rund 16 Millionen Euro fließen also jährlich an die ersten Vorsitzenden der GKVen und der medizinischen Dienste. Hinzu kommt, dass diese auch noch jeweils einen stellvertretenden Vorstand mit ähnlichen Bezügen besitzen. Jährlich werden also mehr als 30 Millionen Euro für Vorstände im deutschen Kassensystem ausgegeben. Das klingt nach viel und ist im Angesicht der derzeitigen Sparzwänge im Gesundheitswesen zumindest einmal bemerkenswert (andere mögen sagen „unanständig“). Die Vorstände selbst werden auf übliche Gehälter von Vorständen oder CEOs in der freien Wirtschaft hinweisen. 2017 urteilte ein Gericht übrigens, dass Krankenkassenchefs „angemessen“ vergütet werden sollen (Az. L 5 KR 1700/16 KL) – das scheint also derzeit der Fall zu sein.

Im Angesicht von jährlichen Ausgaben der GKV von 352 Milliarden Euro sind 30 Millionen doch ohnehin nur Peanuts. Oder?

Daniel Bombien / physio.de

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Jens Uhlhorn
Vor 2 Wochen
Die nüchternen Zahlen gehören zu einer objektiven Berichterstattung dazu, insbesondere vor dem Hintergrund der Honorardebatte auch bei uns.
Der eigentliche Punkt sind aber die Gehälter, die man Therapierenden zahlen müsste, wenn man die Haustarife der Kassen anlegte.
Ein PT als Angestellter einer Kasse müsste deutlich mehr gezahlt bekommen als als Angestellter einer Praxis überhaupt leistbar wäre.
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

Obwohl es sehr in den Fingern juckt, diese Summen ausführlich zu würdigen und sie in einen Kontext zu unserer Vergütung zu stellen, will ich nicht den gleichen billigen Populismus absondern wie die Kassen mit ihrer Propaganda.

Lasst uns lieber vor unserer Tür kehren und über die wirklich wichtigen Themen diskutieren.
Bürokratieabbau, Eigenverantwortung und gerechte Honorare für uns…
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Die nüchternen Zahlen gehören zu einer objektiven Berichterstattung dazu, insbesondere vor dem Hintergrund der Honorardebatte auch bei uns. Der eigentliche Punkt sind aber die Gehälter, die man Therapierenden zahlen müsste, wenn man die Haustarife der Kassen anlegte. Ein PT als Angestellter einer Kasse müsste deutlich mehr gezahlt bekommen als als Angestellter einer Praxis überhaupt leistbar wäre. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Obwohl es sehr in den Fingern juckt, diese Summen ausführlich zu würdigen und sie in einen Kontext zu unserer Vergütung zu stellen, will ich nicht den gleichen billigen Populismus absondern wie die Kassen mit ihrer Propaganda. Lasst uns lieber vor unserer Tür kehren und über die wirklich wichtigen Themen diskutieren. Bürokratieabbau, Eigenverantwortung und gerechte Honorare für uns…
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Jens Uhlhorn schrieb:

Die nüchternen Zahlen gehören zu einer objektiven Berichterstattung dazu, insbesondere vor dem Hintergrund der Honorardebatte auch bei uns.
Der eigentliche Punkt sind aber die Gehälter, die man Therapierenden zahlen müsste, wenn man die Haustarife der Kassen anlegte.
Ein PT als Angestellter einer Kasse müsste deutlich mehr gezahlt bekommen als als Angestellter einer Praxis überhaupt leistbar wäre.
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

Obwohl es sehr in den Fingern juckt, diese Summen ausführlich zu würdigen und sie in einen Kontext zu unserer Vergütung zu stellen, will ich nicht den gleichen billigen Populismus absondern wie die Kassen mit ihrer Propaganda.

Lasst uns lieber vor unserer Tür kehren und über die wirklich wichtigen Themen diskutieren.
Bürokratieabbau, Eigenverantwortung und gerechte Honorare für uns…

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Stefan Arnold
Vor 2 Wochen
Ja 300000€ im Jahr ist viel Geld aber wenn man es mit anderen CEOs wie Siemens, BMW, Mercedes und Co vergleicht kommen einem die 300000 noch gemäßigt vor.

Aber ich führe hier wieder die Frage auf, wozu braucht es 95 gesetzliche Krankenkassen?
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Ja 300000€ im Jahr ist viel Geld aber wenn man es mit anderen CEOs wie Siemens, BMW, Mercedes und Co vergleicht kommen einem die 300000 noch gemäßigt vor. Aber ich führe hier wieder die Frage auf, wozu braucht es 95 gesetzliche Krankenkassen?
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Stefan Arnold schrieb:

Ja 300000€ im Jahr ist viel Geld aber wenn man es mit anderen CEOs wie Siemens, BMW, Mercedes und Co vergleicht kommen einem die 300000 noch gemäßigt vor.

Aber ich führe hier wieder die Frage auf, wozu braucht es 95 gesetzliche Krankenkassen?

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Ringgeist
Vor 2 Wochen
Mehrstellige Millionen Beträge ließen sich sparen, wenn man die Anzahl der KK auf ein Minimum reduzieren würde, so wie in anderen europäischen Ländern auch.
Politisch und bürokratisch im Jahr 2026 weder zu rechtfertigen noch zu vertreten, und somit politisch gewollt.
Aber dann rum jammern, es wäre kein Geld mehr da, um die mitversicherte Ehefrau abzusichern.
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Mehrstellige Millionen Beträge ließen sich sparen, wenn man die Anzahl der KK auf ein Minimum reduzieren würde, so wie in anderen europäischen Ländern auch. Politisch und bürokratisch im Jahr 2026 weder zu rechtfertigen noch zu vertreten, und somit politisch gewollt. Aber dann rum jammern, es wäre kein Geld mehr da, um die mitversicherte Ehefrau abzusichern.
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Ringgeist schrieb:

Mehrstellige Millionen Beträge ließen sich sparen, wenn man die Anzahl der KK auf ein Minimum reduzieren würde, so wie in anderen europäischen Ländern auch.
Politisch und bürokratisch im Jahr 2026 weder zu rechtfertigen noch zu vertreten, und somit politisch gewollt.
Aber dann rum jammern, es wäre kein Geld mehr da, um die mitversicherte Ehefrau abzusichern.

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Papa Alpaka
Vor 2 Wochen
"Im Angesicht von jährlichen Ausgaben der GKV von 352 Milliarden Euro sind 30 Millionen doch ohnehin nur Peanuts. Oder?"

In Anbetracht von 100% CO2-Emissionen sind die 2,4% Deutschlands doch ohnehin nur Peanuts, oder?

In Anbetracht von €1.030.000.000.000,00 Steueraufkommen sind meine €47.851,74 Einkommenssteuer Peanuts, oder?

Wenn wir die große Zahl reduzieren wollen kann man sich natürlich auf "andere haben viel mehr Anteil!" zurücklehnen und bei anderen kürzen. Oder sich eingestehen, dass *alle* Positionen auf den Prüfstand gehören.

In anderen Worten: die jährliche Diätenerhöhung der Bundestagsabgeordneten übersteigt mittlerweile den Grundsicherungsregelbedarf. Klar kann man €16.500.000.000 Kosten verursachen um €16.000.000.000 einzusparen, aber ob das zielführend ist? Fast so gut wie 'ne Zahlungsaufforderung über €0,08 per Post zu verschicken und dabei auf die angespannte Haushaltslage zu verweisen.
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"Im Angesicht von jährlichen Ausgaben der GKV von 352 Milliarden Euro sind 30 Millionen doch ohnehin nur Peanuts. Oder?" In Anbetracht von 100% CO2-Emissionen sind die 2,4% Deutschlands doch ohnehin nur Peanuts, oder? In Anbetracht von €1.030.000.000.000,00 Steueraufkommen sind meine €47.851,74 Einkommenssteuer Peanuts, oder? Wenn wir die große Zahl reduzieren wollen kann man sich natürlich auf "andere haben viel mehr Anteil!" zurücklehnen und bei anderen kürzen. Oder sich eingestehen, dass *alle* Positionen auf den Prüfstand gehören. In anderen Worten: die jährliche Diätenerhöhung der Bundestagsabgeordneten übersteigt mittlerweile den Grundsicherungsregelbedarf. Klar kann man €16.500.000.000 Kosten verursachen um €16.000.000.000 einzusparen, aber ob das zielführend ist? Fast so gut wie 'ne Zahlungsaufforderung über €0,08 per Post zu verschicken und dabei auf die angespannte Haushaltslage zu verweisen.
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Papa Alpaka schrieb:

"Im Angesicht von jährlichen Ausgaben der GKV von 352 Milliarden Euro sind 30 Millionen doch ohnehin nur Peanuts. Oder?"

In Anbetracht von 100% CO2-Emissionen sind die 2,4% Deutschlands doch ohnehin nur Peanuts, oder?

In Anbetracht von €1.030.000.000.000,00 Steueraufkommen sind meine €47.851,74 Einkommenssteuer Peanuts, oder?

Wenn wir die große Zahl reduzieren wollen kann man sich natürlich auf "andere haben viel mehr Anteil!" zurücklehnen und bei anderen kürzen. Oder sich eingestehen, dass *alle* Positionen auf den Prüfstand gehören.

In anderen Worten: die jährliche Diätenerhöhung der Bundestagsabgeordneten übersteigt mittlerweile den Grundsicherungsregelbedarf. Klar kann man €16.500.000.000 Kosten verursachen um €16.000.000.000 einzusparen, aber ob das zielführend ist? Fast so gut wie 'ne Zahlungsaufforderung über €0,08 per Post zu verschicken und dabei auf die angespannte Haushaltslage zu verweisen.



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