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AOK Heilmittel-Report 2026
Schwer, nicht wütend zu werden
Bericht von einer bemerkenswerten Pressekonferenz des AOK-Bundesverbandes
10.06.2026 • 37 Kommentare
Das Podium (v.l): Dr. K. Behrens, Dr. C. Reimann, H. Schröder, Prof. Dr. C. Kopkow
Foto: Screenshot • Lizenz: CC-BY •
Da sitzen Sie nun also und blicken sich an.
Vier Menschen auf einem Podium anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des AOK Heilmittel-Reportes 2026:

  • • Dr. Kai Behrens, Pressesprecher des AOK-Bundesverbandes
    • Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes
    • Helmut Schröder, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO)
    • Prof. Dr. Christian Kopkow, Professor für Physiotherapie an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg
Die beiden letzten, weil sie Mitherausgeber des Reportes sind – die beiden Erstgenannten in ihrer Funktion als AOK-Vertreter.

Der Heilmittel-Report an sich
Den Report darf man nicht verwechseln mit dem jährlich erscheinenden Heilmittelbericht der AOK. Der Bericht stellt eher nüchtern Zahlen, Daten Fakten zur Verfügung. Der Report analysiert, beschreibt und skizziert stellenweise auch Lösungswege.

Der diesjährige Heilmittel-Report hatte sich „das Ziel gesetzt, die Qualität der aktuellen Heilmittelversorgung aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und dabei Forschungsbedarf, strukturelle Hindernisse, aber auch Lösungsvorschläge durch die jeweiligen Expertinnen und Experten zu benennen“. Und das alles auf über 380 Seiten.

Das Fazit des Reportes lautet grob: Wir wissen über die Qualität der Behandlung draußen in der Praxis zu wenig.

Vorgestellte Zahlen
Obwohl der Heilmittel-Report sich um das Thema Qualität dreht, konnten es die AOK-Verantwortlichen nicht lassen: Sie präsentierten ausgewählte Zahlen (ohne den dazugehörigen Kontext zu nennen) und platzierten so ihre politischen Botschaften. Die da lauten:

  1. Bei der Blankoverordnung braucht es eine Mengenbegrenzung.

  2. Die geplanten Regelungen zur Ausgabendämpfung bei Heilmittelerbringern sind gerechtfertigt.
Hier einige Beispiele:

  • • Vollgestopfte Praxen
    Laut Aussagen von Herrn Schröder seien 17,8 Prozent der Behandlungen „langandauernde Heilmitteltherapien“. In diesem Kontext wiederholte er den Vorwurf: „Diese Patienten verstopfen die Praxen.“ Weiter führte er aus, dass jene Patientinnen alle zwei Wochen in die Heilmittel-Praxis gehen würden. Was einen „immensen Aufwand“ sowohl für die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) als auch für die Patientinnen selbst bedeuten würde.

    Was er verschweigt: Zu den „langandauernd“ behandelten Patienten gehören zum Beispiel Schlaganfall-Patienten. Laut Forschung müssten diese allerdings die ersten Monate drei bis vier Stunden Therapie erhalten – und das täglich!

    Auf Pressekonferenzen sprechen die Verantwortlichen also von „Praxis verstopfen“ – an anderer Stelle winden sie sich bei der Frage: „Weshalb erhalten Schlaganfall-Patienten keine leitliniengerechte Therapie von ihrer GKV?“. So geschehen auf der letzten therapie in Leipzig.

    • Die teuren Therapeuten
    Obwohl es ja um den Heilmittel-Report und sein Thema „Qualität der Heilmittelversorgung“ gehen sollte, wurde immer wieder ins Feld geführt, wie stark die Kosten für Heilmittel doch gestiegen seien. Sie hätten sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

    Auf Nachfrage unserer Redaktion musste der Pressesprecher der AOK dann zugeben, dass die Nettoverwaltungsausgaben der GKV nur knapp unter den Ausgaben für Heilmittel lägen. Und hätte er bei den Ausgaben für Heilmittel fairerweise noch die Eigenbeteiligung der Patienten herausgerechnet, hätte er sagen müssen: Wir geben für Verwaltung genauso viel aus wie für Heilmittel – beide Male ca. 3,8 Prozent.

    • Die teure Blankoverordnung
    Laut Wido kostete eine Blankoverordnung im IV. Quartal 2025 durchschnittlich 714 Euro – eine ärztliche Regelverordnung im Schnitt nur 214 Euro.

    Auf Nachfrage mussten die Kassenvertreter dann allerdings einräumen, dass hier eine Blankoverordnung mit einem Standard-6er-Rezept verglichen wurde. Und dass letzteres nur rund ein Drittel einer Blankoverordnung kostet, ist jedem einschlägigem Therapeuten sofort klar – den Verantwortlichen auf Kassenseite dem Anschein nach nicht.

Kommentar des Autors
Als informierter Beobachter war es ob dieses politischen Schauspiels schwer, nicht wütend zu werden. Oben genannte Beispiele hätten schon gereicht, die Fassung zu verlieren. Den Vogel endgültig schoss dann aber Frau Dr. Reimann ab. Paraphrasierend ausgedrückt fordert sie allen Ernstes von Therapeuten: Macht mal bei der Blankoverordnung nicht so viel. Macht mal keine leitliniengerechte Therapie, sondern nur das Nötigste. Denn sonst kommen nicht alle Patienten dran. Ihr wisst ja: Es gibt es zu wenig Therapeuten. Und die, die es gibt, verlassen den Beruf schon nach kurzer Zeit wieder.

Am liebsten würde man ihr deshalb aufgebracht entgegenschleudern: Wer war denn all die Jahre verantwortlich dafür, dass:

  • • Praxisinhaber keine Altersrückstellungen bilden konnten?
    • Therapeuten so schlecht bezahlt werden?
    • Therapeuten sich im 25 Minuten-Hamsterrad verheizen – Stichwort: Leistungsbeschreibung?
Aber halt. Dann würde man ja den Komment der Therapeuten verlassen: Denn Therapeuten sind ja so verständnisvoll und brav ... leider.

Einen Live-Mitschnitt der Veranstaltung finden Sie hier.

Friedrich Merz / physio.de

PS: Ein ausführlicher Bericht zum 380 Seiten starken AOK Heilmittelbericht 2026 folgt demnächst auf diesem Portal.

Mehr Lesen über

AOKHeilmittelreport2026BlankoverordnungQualitätKritikKommentarApoplexKopkowWIdO


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Solli
Vor 2 Tagen
Den allen wünsche ich das Schlechteste an den Hals, ein Schlaganfall und miserable Behandlungen in kurzen 20 Minuten, damit diese Naivlinge spüren, was es heißt......soviel Unbildung, hat man denen die Doktortitel hinterhergeschmissen?
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Den allen wünsche ich das Schlechteste an den Hals, ein Schlaganfall und miserable Behandlungen in kurzen 20 Minuten, damit diese Naivlinge spüren, was es heißt......soviel Unbildung, hat man denen die Doktortitel hinterhergeschmissen?
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Füsi
Vor 7 Stunden
"Den allen wünsche ich das Schlechteste an den Hals, ein Schlaganfall und miserable Behandlungen in kurzen 20 Minuten, damit diese Naivlinge spüren,"

Geht es noch?
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"Den allen wünsche ich das Schlechteste an den Hals, ein Schlaganfall und miserable Behandlungen in kurzen 20 Minuten, damit diese Naivlinge spüren," Geht es noch?
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Füsi schrieb:

"Den allen wünsche ich das Schlechteste an den Hals, ein Schlaganfall und miserable Behandlungen in kurzen 20 Minuten, damit diese Naivlinge spüren,"

Geht es noch?

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Solli schrieb:

Den allen wünsche ich das Schlechteste an den Hals, ein Schlaganfall und miserable Behandlungen in kurzen 20 Minuten, damit diese Naivlinge spüren, was es heißt......soviel Unbildung, hat man denen die Doktortitel hinterhergeschmissen?

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