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OSG-Akutversorgung
Sprunggelenksfraktur – OP versus konservativ
Erzielt die Versorgung im Gips von Weber-B-Frakturen bessere Ergebnisse als eine OP?
01.06.2026 • 0 Kommentare
Foto: Jonuscumgi • Lizenz: CC-BY •
Sprunggelenksfrakturen rangieren in der Liste der Knochenbrüche bei Erwachsenen weit oben. Am häufigsten ist dabei die Fibula betroffen. Die Einteilung erfolgt anhand der Danis-Weber-Klassifikation – je nach Höhe und Verlauf der Bruchlinie – in die drei bekannten Typen A, B oder C.

Rund 60 Prozent sind Weber-B-Frakturen. In Deutschland wird üblicherweise eine chirurgische Versorgung empfohlen. Dabei spricht die Datenlage bei stabilen Brüchen (minimaler Talus-Shift) bereits seit Jahrzehnten eindeutig für eine konservative Versorgung. Und auch jüngere Forschung bestätigt diese Erkenntnisse.

In einer randomisiert kontrollierten Studie wurde nun an 126 skelettreifen Personen untersucht, ob auch bei „instabilen“ Frakturen mit kongruenten Gelenkflächen eine konservative Versorgung zu empfehlen wäre.

Methodik
Von 2013 bis 2019 wurden in einer Universitätsklinik in Finnland 840 Personen mit einer isolierten Weber-B-Fraktur untersucht. Von ihnen wurden 714 ausgeschlossen, da ihre Verletzung stabil, disloziert oder inkongruent waren. Die verbleibenden 126 erhielten entweder einen Unterschenkelgips für sechs Wochen oder eine Plattenosteosynthese mit zusätzlicher Gipsversorgung für den gleichen Zeitraum. Zudem empfahl man allen ProbandInnen eine kurzzeitige Teilbelastung mit progressiver Steigerung auf schmerzadaptierte Vollbelastung innerhalb der ersten vier Wochen.

Endpunkte
Um sowohl kurz-, als auch langfristige Ergebnisse zu vergleichen, wurden die TeilnehmerInnen an insgesamt vier Zeitpunkten – 2, 6 und 12 Wochen sowie 2 Jahren nach der Erstversorgung – nachuntersucht.

Das Forschungsteam fokussierte sich primär auf die Gegenüberstellung der Symptome und Funktionsfähigkeit anhand des Olerud-Molander Ankle Score (OMAS).

Zudem erfassten sie die gesundheitsbezogene Lebensqualität mithilfe des RAND-36. Dieser ähnelt dem Short Form 36 (SF-36). Außerdem wurde die Beweglichkeit gemessen sowie die Frakturheilung radiologisch untersucht.

Ergebnisse
Bei den Funktions- und Symptom-Assessments bestanden keine statisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Allerdings kam es in der operativ versorgten Gruppe zu deutlich mehr Komplikationen. In einem Fall lag eine Wundheilungsstörung und bei einem Probanden eine Wundinfektion vor. Bei neun TeilnehmerInnen musste das Osteosynthesematerial vorzeitig entfernt werden. Bei zwei dieser ProbandInnen traten daraufhin ebenfalls teilweise tiefe Wundinfektionen auf. In beiden Gruppen kam es bei jeweils einer Person zu einer verzögerten Frakturheilung.

Fazit
Auch bei im Außenrotationsstresstest instabilen Weber-B-Frakturen mit kongruenter Gelenkstellung führt die konservative Versorgung mithilfe eines Unterschenkelgipses zu vergleichbaren funktionellen Ergebnissen mit gleicher gesundheitsbezogener Lebensqualität. Dabei kommt es signifikant seltener zu Komplikationen.

Die methodische Qualität dieser Arbeit und die Deckung mit bisheriger Forschung lässt entsprechend schlussfolgern, dass in diesen Fällen das übliche klinische Prozedere in Deutschland dringend überdacht werden sollte. Vor allem angesichts der dringend benötigten Einsparungen sollten solche kostentreibende Operationen ohne klinischen Vorteil recht weit oben auf der Liste der möglichen Sparpotenziale stehen.

Martin Römhild B.Sc. / physio.de

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